Der Casiopeia-Gamecheck

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Ein Gastbeitrag von Lorenz Goger, Q11

In den langen Wochen der unterrichtsfreien Zeit und den daran anschließenden Osterferien soll es ja durchaus selbst für die fleißigsten und pflichtbewusstesten Schüler mal Augenblicke geben, in denen ihnen die Arbeit ausgeht. Nun könnte es zudem dazu kommen, dass zufälligerweise das Wetter es nicht zulässt, sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen, auch wenn wir natürlich alle – den Sportlehrern sei Dank – nach den Ferien 100 Liegestütze am Stück können. In diesen seltenen Momenten, in denen außerdem gerade zufälligerweise keine häuslichen Pflichten wie Spülmaschine ein- oder ausräumen oder gar staubsaugen anstehen, könnte man ja durchaus seine Freizeit einem Computerspiel widmen. Für diesen äußerst unwahrscheinlichen und nahezu abwegigen Fall stelle ich euch hier drei spaßige, taschengeldfreundliche Spiele vor, mit denen ihr euch eure Ferien versüßen könnt – aber sobald das Wetter umschlägt, wird draußen Sport gemacht!

Undertale

„Undertale“ wurde bereits 2015 veröffentlicht, kann allerdings nahezu nicht altern, da es sowohl vom Gameplay als auch vom Design her stark an die RPGs der späten 80er und frühen 90er Jahre erinnert. Der sehr eigenwillige Pixelstil, der ebenso alt klingende Soundtrack und auch die etwas kryptisch anmutenden Spielmenüs sind nicht jedermanns Fall und daher empfehle ich stark, sich vielleicht vor dem Kauf erstmal ein LetsPlay des Spiels anzusehen. Einen letzten großen Negativpunkt habe ich leider noch zu äußern: Es gibt keine (offizielle) deutsche Version des Spiels, das Spiel ist komplett auf Englisch und daher unseren Fünft- oder Sechstklässlern weniger zu empfehlen. Wer allerdings bereits über solide Englischkenntnisse verfügt, der kann sich ruhig an „Undertale“ heranwagen. So, jetzt zum Positiven: „Undertale“ hat eine berührende, interessante Story aufzuweisen und lässt einen erstaunlich gut in seine Welt eintauchen. Ein weiterer sehr interessanter Punkt: „Undertale“ besteht nicht (wie andere RPGs) nur aus Monsterjagd und Kampf, ganz im Gegenteil: Durch sein ungewöhnliches Kampfgameplay ist es möglich, das Spiel komplett pazifistisch durchzuspielen, also sprichwörtlich ohne einer Fliege etwas zu Leide zu tun.

Fazit: „Undertale“ hat ein sehr eigenes Design und Gameplay, allerdings ist es mit 10€ relativ günstig und nimmt einen mit auf eine überraschend emotionale Reise durch seine Spielwelt. Englischkenntnisse sind unbedingt erforderlich, freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren.

Cuphead

„Cuphead“ erschien im Jahre 2017 und ist ein klassisches Jump’n’Run- und Shoot-‘em-up-Computerspiel, dessen Design und Soundtrack absolut einmalig sind. Das gesamte Spiel ist nämlich im typischen Stil der 30er Jahre Zeichentrickfilme gehalten und auch der Soundtrack klingt nach dieser Zeit. Doch Achtung: So niedlich und verspielt das Spiel wirkt, so schwer ist es auch: In „Cuphead“ jagt ein schwerer Level den nächsten und daher ist es nur für sehr geübte – oder sehr geduldige – Spieler und Spielerinnen geeignet. Tatsächlich wird „Cuphead“ oft als eines der schwierigsten Spiele der Welt bezeichnet. Die Story ist sehr einfach gehalten, jedoch stehen hier die einzelnen Level und Bosskämpfe im Vordergrund, insgesamt ist „Cuphead“ ähnlich wie Super Mario Bros. – nur viel, viel schöner und viel, viel schwieriger. Die hohe Schwierigkeit garantiert jedenfalls, dass ihr das Spiel nicht allzu schnell durchgespielt haben solltet.

Fazit: „Cuphead“ ist ein wunderschönes, buntes und wildes Jump’n’Run, das besonders eure Reaktionsgeschwindigkeit und eure Frustrationstoleranz beanspruchen wird. Mit 20€ ist es nicht ganz billig, jedoch bietet es einen großen Spaßfaktor und ein einmaliges Design. „Cuphead“ ist ab 6 Jahren freigegeben.

Rock of Ages

„Rock of Ages“ ist ein echter Oldie, es erschien bereits im fernen Jahre 2011. (Und es ist damit fast so alt wie unsere Fünftklässler.) Allerdings gibt es für all jene, denen die Grafik zu altbacken erscheinen sollte, auch einen zweiten Teil, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht. „Rock of Ages“ ist ein abgefahrenes Spiel, in dem man mit einem Steinblock durch die Menschheitsgeschichte reist und auf verschiedenste Persönlichkeiten wie Napoleon oder Leonardo da Vinci trifft. Ziel jeder einzelnen Runde ist es, auf verschiedenen Bahnen mit seinem Felsbrocken die Tore der gegnerischen Burg zu zerstören – jedoch wird euer Gegner Verteidigungsanlagen bauen, um euch dies zu erschweren. Das Gleiche tut ihr auf eurer Seite der Bahn, da euer Gegner auch versucht, euer Tor zu zerstören. Klingt kompliziert, schaut euch mal ein Let’s Play davon an. Besonders unterhaltsam sind die Zwischensequenzen außerhalb der Spielrunden, in denen in einer Animationsart à la Monty Python die Persönlichkeiten (eure Gegner) zum Leben erwachen. „Rock of Ages“ ist abgefahren und skurril, aber dennoch ein äußerst gelungenes Spiel, da Strategie, Humor und Action gleichermaßen vorkommen und so beste Unterhaltung in zahlreichen Leveln liefern. Auch hier ist ein grandioser Soundtrack zu finden, viel klassische, aber auch barocke und mittelalterliche Musik erklingen in „Rock of Ages“.

Fazit: „Rock of Ages“ ist ein wirklich lustiges, skurriles und schlichtweg unterhaltsames Spiel, das mit 10€ (Oder 20€ zusammen mit Teil 2) für einen kleinen Preis viel Spielspaß mitbringt. Wer Monty Python mag, wird auch „Rock of Ages“ mögen. Und wer schon immer mal Sokrates und Platon mit einem Steinblock überrollen wollte, der auch. „Rock of Ages“ ist ab 10 Jahren freigegeben.

Falls ihr euch diesen gesamten Artikel durchgelesen habt, ist eure Bildschirmzeit hiermit schon abgelaufen. Jetzt fahrt euren Computer herunter und geht ab nach draußen, wenn ihr schon nichts für die Schule macht!