Digitaler Unterricht am Casi in Corona-Zeiten

Durch die Ausgangsbeschränkungen läuft der Unterricht in ganz Deutschland nicht mehr so wie bisher. Zumindest zeitweise. Seit gut zwei Wochen wird der Unterricht also auch am Casi digital weitergeführt.

Am Montag, dem 16.03.2020, ging es los mit der digitalen Fortführung des Unterrichts. Wie von vielen Lehrkräften bereits am Freitag nach Verkündung der Ausgangsbeschränkungen schon erwartet, funktionierte mebis nicht wirklich gut. Teilweise war die Lernplattform gar nicht erreichbar. Schuld daran waren laut Kultusministerium gezielte Hackerangriffe auf das System, die es zur Überlastung brachten.

Doch bereits nach kurzer Zeit trudelten bei vielen Schülerinnen und Schülern die Arbeitsaufträge ein. Es wurde im Eiltempo auf andere Kommunikationsplattformen ausgewichen. Einige Lehrer ließen in der Woche vorher schon Email-Listen herumgehen oder stellten den Kontakt über Schülerinnen und Schüler her, mit denen sie zuvor schonmal per Email kommuniziert haben. Andere wiederum nutzten das Elternportal und schickten die Arbeitsaufträge an alle Eltern der Klasse – und ließen sich dann zum Teil gleich die Email-Adressen geben. Aber auch das waren nur Behelfslösungen …

Im Laufe der Woche wichen die meisten auf andere Plattformen aus, die durch den Schulversuch Digitale Schule 2020 bereits vorhanden waren, aber noch nicht flächendeckend genutzt wurden – es gab ja mebis. Mittlerweile werden verschiedenste Plattformen genutzt: die Kursnotizbuchfunktion von OneNote, das Kommunikationstool Microsoft Teams und viele andere. Auch das kürzlich von der Stadt Coburg für Schulen freigeschaltete Cloudsystem Nextcloud wurde eifrig genutzt. Schnell wurden Anleitungen geschrieben – für OneNote, Office und vieles mehr. Zudem fanden Videokonferenzsysteme und Lernvideos Einzug in den digitalen Unterricht, um individuell auf Fragen eingehen zu können und Inhalte nicht nur mit Arbeitsblättern zu vermitteln.

Hier gebührt all denen, die so schnell Infrastruktur aufgebaut, Plattformen oder Kommunikationswege gefunden, Anleitungen geschrieben und Lernvideos produziert haben, größter Respekt!

Mittlerweile funktioniert auch mebis (meistens) wieder und kann genutzt werden. Aber es hat sich gezeigt, dass mebis nicht unbedingt notwendig ist. Es gibt auch andere Möglichkeiten des digitalen Unterrichts, die manchmal sinnvoller sind, manchmal aber auch weniger sinnvoll. Möglicherweise können wir aus dieser Krise lernen, mit welchen Werkzeugen wir digitalen Unterricht gestalten können und was davon vielleicht auch im ganz normalen Unterrichtsalltag eingesetzt werden kann.

Wir können uns auf jeden Fall glücklich schätzen, dass wir bereits in den vorherigen Jahren als Teil der Schulversuche lernreich 2.0 und DigitaleSchule 2020 wichtige Erfahrungen im Umgang mit den digitalen Medien sammeln konnten, die wir nun schnell und zielstrebig einsetzen konnten. Auch an dieser Stelle sei noch einmal Dank an alle Lehrkräfte und die für die Technik Verantwortlichen gerichtet. Denn all das zu bewerkstelligen, war und ist ein enormer Kraftakt! Es ist eine wahnsinnige Leistung, wie der Unterricht momentan digital weitergeführt wird, auch ohne dass wir – wie von Kultusminister Piazolo in der Pressekonferenz am 13.03.2020 als ultima ratio vorgeschlagen – die Post benutzen müssen, um in Kontakt zu bleiben.

Hoffen wir, dass die Situation nicht mehr lange andauert – aber wenn, dann können wir auf jeden Fall sagen „Weiter so!“ und nicht nur den für den Unterricht Verantwortlichen danken, sondern auch all denen, die das öffentliche Leben möglichst aufrecht erhalten, die im Gesundheitssystem, in Supermärkten oder auf dem Bau arbeiten. Und natürlich all den anderen da draußen, die weiter arbeiten und nicht von zu Hause arbeiten können. DANKE!