OStR Christoph Dittrich zur Handynutzung der Schüler/-innen

Aus Zeit- und Platzgründen konnten wir Herrn Dittrichs Statement zur Handynutzung der Schüler/-innen leider nicht mehr in unserer Printausgabe veröffentlichen. Deshalb findet ihr es hier.

Nochmal unsere Fragen:

  1. Seit wann haben Sie ein Smartphone oder wie hat sich Ihr Leben dadurch verändert?
  2. Wie finden Sie die Handynutzung der Schülerinnen und Schüler?

Und die Antworten von Herrn Dittrich:

zu 1.:  Ich habe seit etwa 1,5 Jahren ein altes IPhone, weil bei meinem „Steinhandy“ (Zitat einer Schülerin) der Akku kaputtgegangen ist. Dieses IPhone nutze ich aber im Prinzip nur als Telefon. Ich bin damit nicht wirklich zu erreichen und habe es auch selten bei mir. Wer etwas von mir möchte, erreicht mich auf dem Festnetz oder per Mail. Ich nutze kein Smartphone, da ich keinen Bedarf an den ganzen Gadgets habe, die damit verbunden sind. Ich habe meine Ruhe, es zwitschert nicht ständig und niemand muss so tun, als ob er sich für meinen neuen Status und meinen Aufenthaltsort interessiert. Die Nachteile – manchmal stehe ich vor verschlossener Sporthalle, weil ich nicht mitbekommen habe, dass das Training abgesagt wurde – nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür meine Ruhe habe. Wenn ich mich zurechtfinden muss mit einer analogen Karte, weiß ich woher ich komme und wohin ich gehe und kenne nicht nur meinen Punkt auf dem Bildschirm. Das nur als Beispiel, es gibt noch viele weitere. Sicherlich würde es auch für mich Vorteile geben, aber 95% von dem, was ich bei anderen mitbekomme, ist hirnloser Unsinn und für mich völlig nutzlos.

Zu 2.: Die Handynutzung der Schüler geht mir, gelinde gesagt, gegen den Strich. Das Handy steht für mich sinnbildlich für den körperlichen Verfall der Kinder, der durch Studien belegt ist. Die Dominanz der Bildschirme in unserer heutigen Gesellschaft hat dazu geführt, dass das Leben für viele in nur zwei Dimensionen stattfindet und nichts im wahrsten Sinne des Wortes mehr real „begriffen“ wird. Ich bin kein Kulturpessimist oder Technikfeind, im Gegenteil, aber das heutige Menschenbild des digitalen Menschen kann ich mir nicht zu eigen machen, solange ich in der Oberstufe Schüler habe, die sich über einen Weitsprung von vier Metern freuen. Die Fünf-Meter-Springer in meiner Laufbahn am Casi kann ich an einer Hand abzählen. Auch das nur als Beispiel, es gibt noch viele weitere.
Dieses Thema beschäftigt mich sehr, gerade an unserer Schule und wegen der eigenen Kinder. Mir ist bewusst, dass ich mit dieser Meinung einer Minderheit angehöre, aber da für mich die körperliche Entwicklung von Kindern sehr wichtig ist und die geistige Entwicklung meiner Meinung nach davon nicht zu trennen ist, sehe ich die Tendenzen unserer Zeit in eine falsche Richtung laufen.

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