#FridaysForFuture in Coburg

on

Zahlreiche Schüler engagieren sich am 08. Februar in Coburg für den Klimaschutz

Die #FridaysForFuture-Bewegung begann am 20. August 2018 in Stockholm, Schweden. Die Schülerin Greta Thunberg, die damals noch die neunte Klasse besuchte, demonstriert von diesem Tag an gegen den Klimawandel, indem sie während der Unterrichtszeit vor dem schwedischen Reichstagsgebäude sitzt und ihre Meinung mit einem Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ – zu Deutsch „Schulstreik fürs Klima“ – zeigt. Sie will Schweden dazu anleiten, das Übereinkommen von Paris einzuhalten.

Der Mut dieses Mädchens beeindruckt nicht nur viele Schüler und Schülerinnen, er trägt seine Wirkung über den ganzen Globus. Seit September letzten Jahres kam es zu Schülerstreiks im Rahmen der #FridaysForFuture-Bewegung in Australien, Finnland, England, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und anderen Ländern. Dies zeigt das internationale Interesse vor allem natürlich der Jugend auf der ganzen Welt.

Da die Demonstrationen während der Unterrichtszeit stattfinden, wird dieses Konzept unter anderem von Lehrern, Politikern und Klimawandelskeptikern oft kritisiert. Allerdings wählte Greta Thunberg anfangs und nun ebenso die weiteren Schüler, die sich in vielen Ländern für die Umweltschutz engagieren, diesen Zeitraum nicht grundlos, sondern, weil sie zeigen wollen, dass sie nicht in der Schule für eine Zukunft lernen wollen, die währenddessen langsam aber sicher zerstört wird und ohne eine klimapolitische Veränderung ohnehin nicht eintritt. Dazu kommt, dass das Projekt dadurch viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, was – so hoffen die Demonstranten – zu Veränderung in Politik und  Gesellschaft führt. Kritiker sehen die Streiks wegen der Schulpflicht als Regelverstoß an und manche Schulen drohen den demonstrierenden Schülern mit Verweisen. Ende Januar 2019 erklärte das Kultusministerium, dass Schulen selbst entscheiden können, ob sie einzelnen Schülern auf Antrag die Teilnahme ermöglichen. In Berlin hält die Bildungssenatorin Sandra Scheers die Schülerdemonstration für positiv. In Bayern und Baden-Württemberg gilt allerdings unverändert die Schulpflicht.

Ein Plakat der Demonstration in Coburg (Foto: Lorenz Hauschke)

Die vier Gymnasien Coburgs haben sich darauf geeinigt, dass es den Schülern durch einen Antrag auf Befreiung mit ausreichender Begründung von der Schulleitung aus erlaubt einmalig werden könne, auf die #FridaysForFuture Demonstration zu gehen. Viele ergriffen dieses Angebot und dadurch und durch das zahlreiche Engagement der Schüler wurde das Projekt ein großer Erfolg. Die kleine Stadt Coburg brachte eine geschlossene Masse an Demonstranten hervor, die vom Alexandrinum aus auf den Marktplatz liefen und sich dort niederließen. Durch tolle Plakate, inspirierende Wortmeldungen und einige beeindruckende musikalische Einlagen gestaltete sich die Demonstration zu einem friedlichen Protest gegen den Klimawandel, der viele Passanten dazu anregte, das Spektakel mitanzusehen und vermutlich auch einige zum Nachdenken brachte.

Der Bundestagsabgeordnete Florian Pronold (SPD) besuchte die #FridaysForFuture-Demonstration in Landau und sprach seinen Dank an die Schüler und Schülerinnen aus, da es unheimlich wichtig sei, dass die Jugend der Politik ihren Wille nach Klimaschutz signalisiert. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Schuldirektor des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf Heinz-Peter Meidinger äußert sich zu #FridaysForFuture folgendermaßen:

“Das ist etwas Positives! Ich freue mich, wenn sich Schüler politisch engagieren.”

Heinz-Peter Meidinger

Er spricht sich gegen die Bestrafung der Schüler durch Verweise aus, stattdessen will er mit ihnen über dieses Thema diskutieren. Er findet, dass man auf diesen Regelverstoß, also die Verletzung der Schulpflicht, nicht mit „zuschlagen“ reagieren sollte, sondern man sollte die Schüler „auffangen“ und sie sich weiter in dieses wichtige Thema vertiefen lassen.

Nachdem die #FridaysForFuture-Demonstration auch in Coburg war, ist es für die Coburger Schüler und Organisatoren besonders wichtig, nicht nachzulassen und auch nach dem Streik einen Beitrag für den Erhalt unseres Planeten zu leisten. Es wäre nicht im Sinn des Projektes, sich auf die Straße zu stellen, einige Sprüche zu rufen und dann genauso weiterzumachen, wie alle Jahre zuvor. Die Erde braucht Veränderung! In jungen Jahren leistete Greta Thunberg ihr erstes Engagement für den Klimaschutz, indem sie im Haus die Beleuchtung ausschaltete, um Energie zu sparen. An diesem Beispiel wird uns gezeigt, dass umweltengagierte Menschen niemals aufgeben sollten, da auch eine kleine Tat viel bewirken kann.

Zusatz von Matthias Birzer

In der letzten Zeit hat sich viel um die Bewegung Fridays for Future getan, doch es war schon von Anfang an absehbar, dass sich machtbesessene Menschen mit hinan hängen, um mehr Macht zu bekommen.

So haben sich nicht nur innerhalb der Bewegung einige schlechte Hierarchien gegründet, wo man nicht wusste, was das nun soll, sondern auch einige Parteien treiben Schwachsinn.

Allen voran ein altbekanntes Gesicht: Die MLPD, die in jeder Stadt, somit auch in Coburg, spezielle Flyer verteilt, auf denen Mitgliedsanträge für ihre Jugendorganisation “Rebell” ist, welche einfach an Jugendliche ausgeteilt werden, mit dem Argument, sie würden sich ja politisch engagieren und somit sei das zulässig und man müsse das System stürzen…
Man übersieht gekonnt, dass die meisten Jugendlichen anwesend sind, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und nicht wissen, was diese Herren und Damen mit der komischen Warnweste wollen.
Man unterschreibt vielleicht, weil man denkt, es könne sich um etwas gegen Klimaschutz handeln und schon ist man drinnen.
Der Jugendliche ist zum Teil noch politisch unerfahren und sucht zu einer bestimmten Phase ein neues Vorbild, das ihm diese “Politsektierer”, wie man sie auch nennt, geben und ihn in eine Marionette verwandeln.
Das ist natürlich nur eine theoretische Gefahr, doch diese muss man sich vorhalten lassen, wenn man auf Demonstrationen gezielt zu Kindern geht und diese anspricht, auf Bitten, dieses zu unterlassen, dann aber mit verbaler Gewalt gegen Jugendliche vorgeht.

[Update 09.05.2019: Zusatz von Matthias Birzer hinzugefügt]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.