AnnenMayKantereit live in Bamberg

ein Gastbeitrag von Lorenz Goger, 10a

Schon am Vorabend des Konzerts war ich zugegebenermaßen recht aufgeregt. Endlich würde es am 23.03. für mich nach Bamberg zu Annenmaykantereit gehen. Die Musiker, die mir bislang nur durch die Kopfhörer im Bus geläufig waren, würde ich endlich “live on stage” erleben.

Ich hatte nochmal ihr Instagram gecheckt: „Jo Bamberg! Danke für die Sonne, wir kriegen kaum die Augen auf. Bis später!“ Ja, bis später. Wir fuhren extra früh mit dem Auto los (Schade eigentlich. Die Konzerttickets fungierten auch als Bus-Tickets zur brose-arena), um noch Tour-T-Shirts zu ergattern. Doch das zusätzlich ausgestoßene CO2 und die damit beschleunigte Zerstörung unseres Planeten zahlte sich aus, denn wir landeten relativ weit vorne in der schier endlosen Schlange vor der Arena.

Nach (mindestens) einer Dreiviertelstunde stop and go in der Schlange waren wir endlich in der Brose-Arena angekommen. Meine Schwester und ich bahnten uns einen Weg zum Tour-T-Shirt-Stand. (Ja, die vielen Bindestriche müssen sein. Ich hab extra auf duden.de nachgeschaut.) Als wir auf unsere (recht unbequemen) Plastikschalensitze gefunden hatten, hatte die Vorband „Giant Rooks“ bereits losgelegt.

Ach ja, falls ihr euch fragt: „Was für Musik machen diese annekaffeekannenmay überhaupt? Die könn’ ja nich mal rappen!“ Annenmaykantereit ist eine Band bestehend aus vier Kölnern, die selbstgemachte Rockmusik machen. Und um eine Verbindung zur Lieblingsmusik unserer Fünftklässler herzustellen: Annenmaykantereit waren auch Teil des Songs „5 Minuten“ von Kitschkrieg, und die wiederum sollten euch ja durch euren Lieblingsrapper Gzuz bekannt sein. Und die Abkürzung „amk“ sollte euch auch geläufig sein. Soviel zur Band, erklären kann man da sowieso wenig. Hört sie euch an!

Aber zurück in die Brose-Arena. Gerade hatten die „Giant Rooks“ (die schon mal für Stimmung gesorgt hatten) die Bühne geräumt, da mussten wir einen 20-minütigen Bühnenumbau abwarten. Als dieser dann endlich vollzogen war, betraten Gitarrist Christopher Annen, Drummer Severin Kantereit, Bassist Malte Huck und natürlich Sänger Henning May unter Kreischen und Stampfen die Bühne. Sie eröffneten ihr Konzert mit ihrem Song „Marie“.

Nach einigen Songs aus ihrem neuen Album „Schlagschatten“ war aus den Lautsprechern ein Quietschen und Kreischen wie bei einer Rückkopplung zu hören. Was vom Publikum für eine technische Panne gehalten wurde, leitete jedoch sehr wohl gewollt das Lied „Weiße Wand“ ein, bei dem der Vorhang fiel und eine solche Weiße Wand, die aus einzelnen Blättern zusammengesetzt war, offenbarte. Auf jene Wand wurden während des restlichen Konzerts filmische Impressionen oder einfach Nahaufnahmen der Musiker projiziert.

Ein weiteres Highlight des Konzerts war auch die Teilnahme von Ferdinand Schwarz als Trompeter, der mir bereits durch das Live-Album „Annenmaykantereit & Freunde“ bekannt war. Er begleitete viele Lieder mit seiner Trompete, was den Songs einen besonderen Touch verlieh.

Obwohl Henning May die Songs stets ankündigte, ergriff auch Christopher Annen einmal das Wort, indem er die Leute aufforderte, bei der Europawahl zu wählen. Als sich das Konzert seinem Ende näherte, verschwand die Band zwischenzeitlich hinter der Bühne und ließ sich dann auf der linken Seite der Tribüne mitten im Publikum nieder (those lucky b*stards). Dort sang Henning May – nur von Gitarre begleitet – ein neues Lied, das noch keiner im Publikum kannte, da es auch nicht auf dem Album war. „Ich will ein Meer zwischen mir und meiner Vergangenheit, ein Meer zwischen mir und a…“ Er wird doch nicht etwa? Die beunruhigende Vorahnung, gerade die Bekanntmachung der Bandtrennung mitzuerleben, befiel sicherlich nicht nur mich. Allerdings bestätigte sich mein Verdacht glücklicherweise nicht, und er sang weiter: „…allem was war“. Schwein gehabt. Die Band kehrte danach auf die Bühne zurück und schloss das Konzert mit „Ich geh heut nicht mehr tanzen“, wobei das ganze Stadion tanzte (Bääm! Ironie!). Dann verließen sie endgültig die Bühne.

So also zu meinem Fazit: Annenmaykantereit ist eine deutsche Band, von der man zumindest mal gehört haben sollte. Mit ihrer Musik füllen sie nicht von ungefähr Stadien. Meine Empfehlung für jeden, der ihnen verfallen ist: Besucht ihre Konzerte! Und für alle, die sie noch nicht kennen: Lernt sie kennen! Gute deutsche Bands mit selbstgemachter Musik und guten Texten sind rar geworden.

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